Die Beauftragung von Arbeiten zu Hause oder die Befreiung von ihrer Erbringungspflicht ist zulässig. Solche Entscheidungen müssen jedoch gerechtfertigt sein

Aufgrund der Verbreitung des Covid-19-Virus ergreifen Unternehmen vorbeugende Maßnahmen, um das Infektionsrisiko zu verringern. Einige rieten ihren Mitarbeitern nach der Rückkehr von einem Ort, an dem Fälle des Virus gemeldet worden waren, zwei Wochen lang von Zuhause aus zu arbeiten. Ist das zulässig? - Es scheint so, aber natürlich mit vollem Lohn. Solche Situationen deuten darauf hin, dass das Home Office, d. h. teilweise gelegentliche Arbeiten von zu Hause aus, geregelt werden sollte - erklärt Adam Kraszewski, Rechtsberater von GESSEL. (...)

Wenn der Arbeitgeber keine Maßnahmen ergreift und der Arbeitnehmer beispielsweise weiß, dass sein Kollege gerade aus dem Land zurückgekehrt ist, in dem die Covid-19-Infektion auftritt, kann er die Möglichkeit beantragen, von zu Hause aus zu arbeiten. Letztendlich kann er auf Grundlage von Art. 210 Par. 1 Arbeitsgesetzbuch  auf die Arbeit verzichten, wenn die Bedingungen ihrer Leistung sein Leben oder seine Gesundheit gefährden. Eine solche Entscheidung unterliegt jedoch einer Beurteilung im Hinblick auf ihre Rechtfertigung. Angesichts der aktuellen GIS- und MZ-Mitteilungen erscheint dies derzeit nicht gerechtfertigt. Es erscheint jedoch vernünftig, eine Geschäftsreise in Regionen abzulehnen, in denen sich das Virus verbreitet, z. B. einen Fahrer mit Transport in die italienische Lombardei zu schicken. Wenn der Arbeitnehmer dem jedoch zustimmt, sollte der Arbeitgeber zusätzlich auf seine Sicherheit achten: ihn über die Risiken informieren, zusätzliche persönliche Schutzausrüstung bereitstellen usw.

 

Der Artikel erschien (auf Polnisch) in der Tageszeitung Gazeta Prawna vom 26.02.2020 und auf dem Portal zdrowie.dziennik.pl