Kleine Unternehmen sind bei Auseinandersetzungen mit globalen Netzwerken nicht komplett chancenlos. Auch wenn ausländische Gerichte sie führen

Ein Anspruch eines großen internationalen Netzwerks, dessen Rechtmäßigkeit von einem an einem entfernten Ort der Welt ansässigen Gericht in einer Fremdsprache und nach dem Recht eines anderen Landes zu klären ist, würde manch einen Unternehmer aus dem KMU-Sektor aus der Ruhe bringen. Der Kampf gegen Goliath bedeutet nicht unbedingt einen Verlust. Vor kurzem hat das Schiedsgericht in New York die Klage des globalen Konzerns Subway gegen den polnischen Franchisenehmer dieses Netzwerks in vollem Umfang abgewiesen.

Ungleiche Chancen

Das Unternehmen wurde von Rechtsanwälten der Anwaltskanzlei SSW Pragmatic Solutions vertreten - Hubert Wysoczański, Filip Balcerzak und Wojciech Jaworski. Die vom betroffenen internationalen Schiedsgericht erörterten Ansprüche betrafen unter anderem Zahlung, Kündigung von Franchiseverträgen und Einstellung der Nutzung von Subway-Marken.

- Auf den Punkt gebracht: Der Franchisegeber hat Unregelmäßigkeiten in der Umsatzberichterstattung festgestellt. Er vermutete, dass der Franchisenehmer die Einnahmen, aus denen die Franchisegebühr berechnet wurde, in zu geringer Höhe ausgewiesen hatte. Wir haben bewiesen, dass diese Anschuldigungen unbegründet sind - erklärt Hubert Wysoczański, Anwalt bei SSW Pragmatic Solutions.

Seiner Meinung nach ist dieser Sieg der beste Beweis dafür, dass sich auch kleine Unternehmen im Ausland effektiv verteidigen können.

- Ein internationales Unternehmen, das gewohnt ist, ähnliche Streitigkeiten zu führen, hat in dieser Situation offensichtlich einen Vorteil. Die Angelegenheit findet in der von ihr gewählten Sprache und meistens nach dem Recht ihres Landes statt. Sie kann sich gute Vertreter leisten. Für ein kleines Unternehmen ist es jedoch schwieriger, Reise-, Übersetzungs- und Verteidigungskosten zu tragen. Das Missverhältnis ist hier groß, so dass es kaum verwunderlich ist, dass solche Unternehmen oft Angst haben, sich zu verteidigen. Sie sind jedoch nicht in einer Verlustposition - erklärt Hubert Wysoczański.

Dem stimmt Natalia Jodłowska, Rechtsberater bei GESSEL, zu. - Die Praxis unserer Anwaltskanzlei bestätigt, dass kleine lokale Unternehmen bei Streitigkeiten mit globalen Netzwerken überhaupt nicht hilflos sind. In den letzten Jahren haben wir polnische Unternehmer erfolgreich in internationalen Schiedsverfahren gegen globale Giganten vertreten - sagt Natalia Jodłowska

Der gesamte Artikel ist im Puls Biznesu verfügbar, in der Ausgabe vom 6. Mai 2019 (und auf dem Portal www.pb.pl).