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Die Seniorenwirtschaft ist ein immer wichtigerer Wirtschaftssektor, der auch immer mehr Gewinn bringt. Dieser Trend wird wahrscheinlich bald auch in Polen zu beobachten sein. Dies führt dazu, dass den verschiedensten Aspekten der Anwesenheit von Senioren auf dem Markt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Einer solcher Aspekte ist der Rechtsschutz für Senioren.

Senioren bilden eine Zielgruppe für viele Branchen, daher können und sollen spezielle Normen hinsichtlich des Rechtsschutzes für sie als eigenständige Gruppe unterschieden werden. Wie man Kunden gewinnt – und zwar nicht nur solche Kunden, die unbeholfen oder etwas weniger welterfahren sind – ist eine Frage der Unternehmensethik. Auf Verkaufspräsentationen von Töpfen, Bettdecken und bemerkenswert preiswerten Anteilen an luxuriösen Residenzen treffen auch junge, berufstätige und selbständige Personen übereilte Entscheidungen, die sie später bereuen. Andererseits ist der Senior ein geschäftsfähiger Bürger, Kunde und Verbraucher. Die gut gemeinte Absicht, Senioren zu schützen, darf nicht zur Folge haben, dass sie auf eine Weise „entmündigt“ oder ausgegrenzt werden.

Das polnische Recht sieht mehrere Regelungen vor, die die Interessen von Personen, welche über weniger Erfahrung oder Kenntnisse über den Markt verfügen, schützen. Das polnische Zivilgesetzbuch (darunter Art. 3851 und 385), das Gesetz über die Verbraucherrechte und das Gesetz über Verbraucherkredite garantieren ein grundlegendes Verbraucherschutz-Paket. Im polnischen Zivilrecht findet man einen Bezug auf die allgemein anerkannten Normen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Man kann vernünftigerweise befürchten, ob dies ausreicht. Von grundlegender Bedeutung scheint die vernünftige Anwendung der in der Rechtsordnung verwurzelten Instrumente durch Personen, deren Rechtsgüter in der Tat gefährdet sind. Damit diese Schutzvorschriften angewandt werden können, muss man über eine minimale Kenntnisse über seine Rechte verfügen und keine Angst haben, professionelle Unterstützung durch Rechtsanwälte oder Rechtsberater in Anspruch zu nehmen (ob kommerziell oder unentgeltlich in Rechtskliniken oder im Rahmen von Verbraucherschutzprogrammen). Das Rechtsbewusstsein sollte möglichst früh aufgebaut und gepflegt werden, sodass sich zukünftige Senioren ihrer Rechte bewusst sind. Eine Herausforderung ist es aber auch, den heutigen Senioren bestimmte Grundlagen in diesem Bereich beizubringen. Das ist eine Aufgabe für verschiedene Organisationen, sowohl NGO, als auch Verbraucherschutzverbände und die lokale Selbstverwaltung.