Manche Crowdfunding-Plattformen beantragen eine Maklerlizenz, während andere nur kosmetische Änderungen in der Art und Weise der Geschäftsführung bekannt geben. Einige sehen eine große Zukunft auf dem polnischen Markt für Aktieninvestitionen in Polen, während andere auf die immer strengere Haltung der Regulierungsbehörde hinweisen. Alles wegen der Ende März von der Finanzaufsichtskommission veröffentlichten Stellungnahme, die die polnische Crowdfunding-Szene verwirrte.

Am 29. März veröffentlichte die polnische Finanzaufsichtsbehörde (KNF) den "UKNF-Standpunkt zur Definition des Angebots von Finanzinstrumenten laut Art. 72 des Gesetzes vom 29. Juli 2005 über den Handel mit Finanzinstrumenten", insbesondere in Bezug auf die Zeichnung von Aktien und Schuldverschreibungen im Rahmen des sogenannten Share-Crowdfunding. Seitdem kommen die Kommentare nicht zum Schweigen und sind dabei sehr unterschiedlich. Die KNF hat den polnischen Crowdfunding-Markt mit ihrer Stellungnahme sehr verwirrt.

Es besteht Unsicherheit hinsichtlich der Vereinbarkeit des Betriebs von Crowdfunding-Plattformen mit dem Gesetz

Bereits der Titel des Dokuments klingt kompliziert. Um zu verstehen, was darin enthalten ist, übergeben wir an Julia Trzmielewska, Experte für Kapitalmarktrecht bei GESSEL:

- In ihrem Standpunkt brachte die Kommission die Ansicht zum Ausdruck, dass Ungewissheit hinsichtlich der Einhaltung Konformität von so genannten Crowdfunding-Plattformen mit gesetzlichen Bestimmungen besteht. Die Kommission prüft jedoch nicht ausdrücklich, ob die über Crowdfunding-Plattformen durchgeführte Beteiligung an Crowdfunding rechtmäßig ist oder nicht - erklärt Trzmielewska.

Wie die Anwältin von der Anwaltskanzlei GESSEL ausführt, hat die KNF auf folgende Aspekte des Betriebs von Crowdfunding-Plattformen hingewiesen:

  1. Während eines öffentlichen Angebots unterliegt die Durchführung einer Werbekampagne Beschränkungen, wenn sie nicht direkt vom Emittenten durchgeführt wird. Wenn die Werbung von einem Vermittler durchgeführt wird, sollte sie den Status einer Investmentgesellschaft oder eine gesetzliche Genehmigung haben.
  2. Es ist zwar zulässig, potenziellen Anlegern eine personalisierte E-Mail-Korrespondenz zur Bewerbung einer Crowdfuning-Plattform mit Informationen zum Erscheinen eines neuen Angebots auf der Plattform zu senden, es ist jedoch nicht zulässig, Nachrichten an potenzielle Anleger zu senden, in denen irgendwie auf die Bedingungen eines bestimmten Angebots verwiesen wird (einschließlich des Versendens von Links zu Websites mit Informationen über das Angebot). Diese Informationen werden von der polnischen Finanzaufsichtskommission KNF als genehmigungspflichtiges Angebot eingestuft.

- Wie aus dem Obigen hervorgeht, kann das Betreiben von Crowdfunding-Plattformen im Rahmen des Share-Crowdfunding-Modells dazu führen, dass im Rahmen des Angebots eine Lizenz zur Durchführung von Broker-Aktivitäten im Angebotsbereich eingeholt werden muss. Zweifellos sollten Unternehmen, die diese Art von Aktivität anbieten, ihre Aktivitäten dahingehend analysieren, ob ihr übernommenes Betriebsmodell nicht gegen geltendes Recht und die in der Stellungnahme dargelegten Leitlinien der Kommission verstößt - warnt  Julia Trzmielewska. (...)

Was folgt aus dieser Verwirrung für den polnischen Crowdfunding-Markt? Hoffen wir etwas Gutes. Einerseits ist es offensichtlich, dass die Aufsichtsbehörde für die Sicherheit der einzelnen Anleger sorgen muss, andererseits lohnt es sich wahrscheinlich nicht, das "Kind mit dem Bade auszuschütten", da es in Polen mit Sicherheit viele innovative Projekte gibt, die sich dank der gemeinsamen Finanzierung gut entwickeln können.