Ab 2020 müssen alle Unternehmen, die eine Zulassung zum Handel an der Wertpapierbörse beantragen, einen Prüfungsausschuss haben. Dies bedeutet höhere Kosten und mehr Formalitäten für zukünftige Emittenten.

Die Novelle des Gesetzes über Abschlussprüfer, Prüfungsgesellschaften und die öffentliche Aufsicht tritt am 1. Januar 2020 in Kraft. Die Änderungen betreffen auch künftige Emittenten. Gemäß den neuen Annahmen müssen Unternehmen, die ein Debüt an der Wertpapierbörse planen, die Bestimmungen des Gesetzes über die gesetzlichen Abschlussprüfer in Bezug auf den Besitz eines Prüfungsausschusses und die Anwendung ausgewählter Artikel des Gesetzes zur Regelung der Angelegenheiten des Prüfungsausschusses anwenden.

Mit der Verordnung soll die öffentliche Aufsicht gestärkt werden

Der Gesetzgeber hat beschlossen, die öffentliche Aufsicht über die Tätigkeiten von Abschlussprüfern und Prüfungsgesellschaften in Polen zu stärken. Es geht darum, eine neue zentrale Institution zu errichten - die polnische Prüfungsaufsichtsbehörde, die die derzeitige Prüfungsaufsichtskommission ersetzen wird. Darüber hinaus wird der Tätigkeitsbereich öffentlich beaufsichtigter Prüfungsgesellschaften erweitert. (...)

Höhere Anforderungen an debütierende Gesellschaften

Die Änderung der Vorschriften wird auch künftige Emittenten erheblich betreffen. Ab dem neuen Jahr müssen alle Gesellschaften, die eine Zulassung zum Handel auf dem Hauptmarkt der Wertpapierbörse beantragen, einen Prüfungsausschuss haben. Laut Rechtsanwältin Magdalena Szeplik von der Anwaltskanzlei GESSEL gehen zusätzliche Verpflichtungen des polnischen Gesetzgebers weit über den Anwendungsbereich der Richtlinie hinaus, die mit dieser Änderung umgesetzt werden sollte (in Bezug auf die Richtlinie 2006/43/EG vom 17.05.2016).

- Wir haben es hier, wie bei vielen anderen Handlungen, mit dem Phänomen des sog. Gold Platings zu tun, d. h. der übermäßigen Umsetzung der Richtlinie durch den polnischen Gesetzgeber. Nach der Begründung des Regierungsgesetzes soll diesbezüglich geändert werden, um den Anlegern eine größere Glaubwürdigkeit der im Rahmen des IPO-Prozesses offen gelegten Informationen zu verleihen - erläutert der Strefa Inwestorów (dt. Investorenzone) gegenüber Rechtsanwältin Magdalena Szeplik. (…)

Es stellt sich daher heraus, dass der polnische Gesetzgeber beabsichtigt, die öffentliche Aufsicht auf dem Gebiet der Tätigkeit von Abschlussprüfern und Prüfungsgesellschaften nachdrücklich zu stärken. Der Zweck scheint richtig zu sein. Insbesondere unter Berücksichtigung der Ereignisse der letzten Jahre im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten, die in den Jahresabschlüssen der Gesellschaft Getback gemeldet wurden. Dennoch können die Änderungen für zukünftige Emittenten gravierend sein. Ein Prüfungsausschuss bedeutet für sie nämlich eine Erhöhung der Kosten und Formalitäten, noch bevor Kapital vom Markt gewonnen wird.

Den vollständigen Artikel (in polnischer Sprache) finden Sie auf der Website strefainwestorow.pl

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