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Viel Zeit bleibt nicht mehr, bis die neuen Grundsätze der Finanzberichterstattung für Publikumsgesellschaften in Kraft treten. Mit dem 3. Juli wird die Verordnung 596/2014 gegen Marktmissbrauch (MAR) des EU-Parlaments und des Europarats in ihrem vollen Umfang gültig. Die Mehrheit der Emittenten scheint bereit dafür zu sein, aber zeigt auch die Finanzaufsichtsbehörde die gleiche Bereitschaft?

Die in der MAR vorgesehenen neuen Lösungen verpflichten nicht nur die Emittenten zu ihrer Anwendung, sondern zwingen auch die Arbeitgeber und die Finanzaufsichtsbehörde zum Handeln. Die Emittenten warten geradezu darauf, dass die Änderungen der Gesetze über Umsatz und Angebot in Kraft treten, sowie auf zumindest einen Verordnungsentwurf des Finanzministers bezüglich laufender und periodischer Informationen.

Es wäre gut, wenn Emittenten auf der Internetseite der Finanzaufsichtsbehörde noch etwas mehr finden könnten, als nur die MAR, Richtlinien der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) und Seminarmaterialien, die außer einigen Hinweisen zur Anwendung einzelner Regelungen nichts enthalten, was den Emittenten dabei helfen könnte, die Herangehensweise der Finanzaufsichtsbehörde an die neuen Lösungen einzuschätzen. In Zeiten solch gewaltiger rechtlicher Umwandlungen scheint der Finanzaufsichtsbehörde eine entscheidende Rolle in diesem Prozess zuzukommen. Als Gegenbeispiel: Ein Besuch der Seite der britischen Finanzaufsichtsbehörde – Financial Conduct Authority (FCA) – überrascht angenehm mit den bereits in die britische Rechtsordnung implementierten MAR-Lösungen. Bei der Lektüre dieser Lösungsvorschläge einer der restriktivsten Behörden der Welt können wir uns allerdings nicht sicher sein, ob die polnische Finanzbehörde das Problem auf die gleiche Weise angehen wird. Zusätzlich hat die FCA auch eine Infoline eingerichtet, bei der Interessierte anrufen können, um mehr über die eingeführten Vorschriften zu erfahren. Die britische Internetseite strotzt vor Interpretationen, Mustern und Erläuterungen bezüglich schwieriger Fragen, und Zweifel gibt es, wie bei jeder Regulierung, die außerhalb eines gegebenen Rechtssystems geschaffen wird, viele.