Die Wettbewerbsfähigkeit kann u.a. durch Minderung der steuerlichen Belastungen gesteigert werden. Für diesen Schritt kann sich entscheiden, wer ein Markenzeichen besitzt, dessen Marktwert nicht in den Büchern ausgewiesen ist – Inarda Bielińska, Rechtsberaterin, Kanzlei GESSEL.

Es ist möglich, den realen Wert der eigenen Marke zu ermitteln. Dies gilt sowohl für Gesellschaften, die juristische Personen sind, als auch für Einzelunternehmer.

Erheblicher Kostenvorteil 

Die eigene Marke, die für den Verbraucher unter anderen Marken (visuell, aber auch hinsichtlich ihrer Positionierung auf dem Markt und der Marketingkommunikation) erkennbar ist, ist das Ergebnis mehrerer Jahre Arbeit. Die Auslagen für die patentamtliche Eintragung der Marke (Text, Logo oder Etikett) sind nur ein kleiner Teil sämtlicher Kosten des Unternehmers für eine Marketingstrategie zum Aufbau einer erkennbaren Marke.

Auch wenn ein guter Ruf und intensive Marketingaktivitäten dazu beitragen, dass die Marke erkennbar und bei den Kunden nachgefragt ist, darf der Inhaber der Marke ihren Wert steuerrechtlich nicht als abzugsfähige Betriebsausgaben ausweisen. Nach den geltenden Vorschriften ist eine Marke nur dann steuerlich absetzbar, wenn sie einem anderen Unternehmer abgekauft wurde. In jedem anderen Fall, d.h. in typischen Situationen, wo der Wert der Marke mit der Entwicklung des Unternehmens wuchs, ist die Absetzung ausgeschlossen.

Die Absetzung eines Teils dieses Wertes von der Steuerbemessungsgrundlage würde einen großen Kostenvorteil mit sich bringen. Beispielsweise würden jährliche Abschreibungen auf ein Markenzeichen mit einem Wert von 6 Mio. PLN die fällige Körperschaftsteuer um 228 Tsd. PLN mindern. Hochgerechnet auf 5 Jahre – da dies der gesetzlich vorgesehene Mindestabschreibungszeitraum für Markenzeichen ist – ergibt sich dadurch ein Kostenvorteil von 1,4 Mio. PLN. (…)