Sie helfen jungen Menschen in Krisen, unterstützen das KARTA-Zentrum und die polnische zeitgenössische Kunst - GESSEL wurde dieses Jahr beim Wettbewerb der Pro Bono Anwälte ausgezeichnet. Als ernsthafter Konkurrent stellte sich die Anwaltskanzlei von Lech Obara in Olsztyn heraus, die u. a. für ihre Hilfe für die Mitarbeiter von Handelsketten und den Kampf gegen die Fälschung der polnischen Geschichte bekannt ist.

Diese beiden Anwaltskanzleien wurden von der Wettbewerbsjury ausgewählt, der ein Vertreter des Centrum Pro Bono der Stiftung der Universitäts-Rechtsberatungen und zwei Vertreter der Redaktion der Tageszeitung "Rzeczpospolita" angehörten. Womit haben uns die preisgekrönten Anwälte überzeugt?

- Wir haben keine schriftliche Pro-Bono-Richtlinie, wir vergeben unseren Mitarbeitern keine Punkte nach "Arbeitsordnung" oder Belohnungen für ein solches Engagement - gibt Marcin Macieszczak, geschäftsführender Gesellschafter bei GESSEL, Rechtsberater, zu. - Wir gehen davon aus, dass jemand, der wirklich helfen möchte, dies aus eigener Initiative tun wird. Wir versuchen jedoch, das Engagement unserer Anwälte in diesem Bereich zu würdigen und zu fördern.

Von den Mitarbeitern der Anwaltskanzlei ging eine Initiative zur Unterstützung der Po Drugie Stiftung hervor. Die Rechtsanwältinnen Maria Dudzińska, Joanna Kisielińska-Garncarek und Barbara Tomczyk beraten seit 2017 durchgehend die Schützlinge der Stiftung. Die Hilfe richtet sich an junge Menschen (18-25 Jahre) in Krisen: Obdachlose, Opfer von Gewalt, Abhängige und Verschuldete. Den Rechtsanwälten von GESSEL gelang es unter anderem, einer ehemaligen Bewohnerin des Waisenhauses das Sorgerecht wiederzuerlangen, eine Verbraucherinsolvenz durchzuführen, eine Freiheitsstrafe in elektronische Aufsicht umzuwandeln, die Kontakte einer jungen Mutter mit ihrer minderjährigen Tochter zu regeln oder auch effizient Scheidungsfälle der Schützlinge der Stiftung abzuwickeln.

Rechtsanwalt Macieszczak betont das Engagement der Kanzlei bei der Hilfe für das Zentrum KARTA, das das größte Gesellschaftsarchiv des 20. Jahrhunderts in Polen führt.

- Es handelt sich um eine außergewöhnliche gemeinnützige Organisation. Sie dokumentieren polnische Schicksale, sie haben eine riesige Sammlung historischer Zeugnisse gesammelt: Fotografien, Dokumente, Briefe, Tageszeitungen. Wir haben unsere Zusammenarbeit 2018 begonnen, beim Jubiläumsprogramm des Zentrums KARTA "Nieskończenie Niepodległa" (dt. "Unendlich Unabhängig"), deren Krönung die Veröffentlichung des Buchs "Księga stulecia niepodległości" (dt. "Buch der 100 Jahre Unabhängigkeit") war. Wir waren Partner dieses Programms. In diesem Jahr hat das KARTA-Zentrum zusammen mit dem Kulturminister das Zentrum für Sozialarchivistik eingerichtet. Es ist bereits eine staatliche Institution - eine kulturelle Institution. Unser Anwalt Rechtsanwalt Michał Boryczka half dem Zentrum, die gegenseitigen Beziehungen zum Ministerium während der Entstehung des CAS zu regeln - erklärt Rechtsanwalt Macieszczak.

Eine interessante und ganz andere Erfahrung für Anwälte ist die Zusammenarbeit mit Google Campus Warsaw - einem Inkubator und Beschleuniger für Startups. Bevor sie mit der Umsetzung ihrer ursprünglichen geschäftlichen und sozialen Ideen beginnen, benötigen sie dringend Mentoring-Ratschläge von Experten in verschiedenen Bereichen, auch Anwälten. Und die Anwälte von GESSEL, vor allem Rechtsanwalt Michał Bochowicz, bieten genau solche Hilfe.

Allein Marcin Macieszczak half wiederum dabei, Geld für das Programm zur Überwachung von Gerichtsverfahren gegen Teilnehmer an öffentlichen Versammlungen zu sammeln, das von der Helsinki Stiftung für Menschenrechte geführt wurde. Ergebnis ist der Bericht der Stiftung "Versammlungsfreiheit in der Praxis polnischer Gerichte".

Ein Bereich des systematischen sozialen Engagements von GESSEL ist die Unterstützung der polnischen zeitgenössischen Kunst. Sie hat ihren Ursprung in der persönlichen Leidenschaft von Rechtsanwalt Beata Gessel-Kalinowska vel Kalisz, der Gründerin der Anwaltskanzlei, die mit dem Verdienstorden für die polnische Kultur ausgezeichnet wurde. Die Anwaltskanzlei gründete zwei Stiftungen: GESSEL für das Nationalmuseum in Warschau und GESSEL für die Zachęta - Nationale Kunstgalerie. Sie arbeiten daran, die Sammlung zeitgenössischer Kunst zu erweitern und Künstler zu unterstützen. Die GESSEL-Stiftung für das Nationalmuseum hat über 200 Werke gesammelt. Das aktuelle Vorzeigeprojekt der GESSEL-Stiftung für Zachęta ist ein Stipendienprogramm für junge Kunstforscher und -Theoretiker mit dem Namen ±∞Zachęta - derzeit läuft die 6. Ausgabe. Beide Stiftungen werden von einem Kunstexperten der Anwaltskanzlei geleitet, und die Anwaltskanzlei erbringt neben der Bereitstellung von Geldern umfassende juristische Dienstleistungen für die Stiftung.

- Nicht ohne Grund lautet das Motto unserer Anwaltskanzlei „art of effectivness" - fügt Rechtsanwalt Macieszczak hinzu. (...)

 

Der vollständige Text des Artikels ist (in polnischer Sprache) als Beilage zur Rzeczpospolita Ranking der Anwaltskanzleien 2020 vom 28. Juli 2020 (S. 38) verfügbar.