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Was ist eigentlich der Frauenkongress? 

Am Anfang unserer Tätigkeit sorgten wir für so manche Kontroversen und viele Emotionen bei der Öffentlichkeit. Zum Glück erkannte man jetzt auch unsere wichtige gesellschaftliche Rolle. Wir sind nicht nur dazu da, um Fragestellungen für öffentliche Debatten zu formulieren. Wir sind eine Organisation mit viel Wirkungskraft. Nach Beispielen muss man auch gar nicht weit suchen: das berühmte Paritätsgesetz ist ja dem Frauenkongress zu verdanken.

In diesem Jahr kommt der Frauenkongress bereits zum fünften Mal zusammen. Der letzte Kongress tagte unter dem Motto „Aktivierung, Unternehmergeist und Selbständigkeit” und beschäftigte sich mit Themen rund um den Unternehmergeist und die Aktivierung von Frauen in diversen beruflichen Bereichen. Und wir hatten über 7,5 Tausend Teilnehmer! In diesem Jahr treffen wir uns unter dem Motto „Partnerschaft, Solidarität und Vielfalt”, mit dem wir u.a. an den weit gefassten Begriff des zeitgenössischen Patriotismus anknüpfen. Und gerade, weil die Unterstützung von Kultur in unseren Zeiten als Ausdruck des Patriotismus gilt, und auch als Pflicht, die nicht nur dem Staat, sondern vor allem privaten Institutionen obliegt, lautet das Thema eines der Diskussionsblöcke „Wirtschaftssektor als Partner der Kultur?“.

Welche anderen Faktoren neben der Privatwirtschaft sind für Sie interessant im Hinblick auf die Mitgestaltung von Kultur? 

Es sind Gleichheit, Gleichstellung, Partnerschaft, Gewalt in der Familie, Bedarf nach sozialer Solidarität, Rechte von über 50-Jährigen. Unser Augenmerk ist auf viele Probleme gerichtet, denn der Frauenkongress soll sich mit allen sozialen Aspekten beschäftigen, die für Frauen relevant sind.

Sie engagieren sich als Privatmäzenin aber nicht nur innerhalb des strukturellen Rahmens des Frauenkongresses. 

Ich bin Anwältin und führe eine Anwaltskanzlei, dennoch setze ich mich seit über 20 Jahren für Initiativen auf dem Gebiet der Kultur ein. Die von uns vor über 15 Jahren zur Unterstützung des Nationalmuseums Warschau gegründete GESSEL-Stiftung half bei der Sammlung von finanziellen Mitteln für die Anschaffung neuer Kunstwerke für das Museum. Dabei muss erwähnt werden, dass es eine Zeit war, in der der Privatsektor ein eher mäßiges Interesse an der Unterstützung von Kulturinstitutionen zeigte. Und wir konnten damals für diesen Zweck über 400 Tausend Zloty sammeln. Der heutige Wert der Kunstwerke, die das Nationalmuseum über unsere Stiftung erwerben konnte, liegt weit über 1 Million Zloty. Somit war es auch rein geschäftlich eine gute Investition. Wir sind stolz darauf, dass sieben Kunstwerke, die über uns erworben werden konnten, nun als Dauerausstellung in der Galerie der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts bewundert werden können. Wir haben auch ein Rechtschutzprogramm für Künstler ins Leben gerufen und in diesem Jahr eine Stiftung namens Fundacja dla Zachęty gegründet, über die Stipendien für junge Kritiker und Autoren, die über die Kunst schreiben, vergeben werden. Wir bieten ihnen Unterstützung, dennoch müssen die von ihnen verfassten Texte an Ereignisse oder Ausstellungen anknüpfen, die mit der Zacheta-Galerie verbunden sind. Das Programm, das sich im Moment in der Konsultier- und Wettbewerbsvorbereitungsphase befindet, soll noch dieses Jahr starten. (…)