Neue Vorschriften für obligatorische Übernahmeangebote verkomplizieren die Situation von Börseninvestoren, die 50 bis 66 % der Aktien an Unternehmen besitzen. (...)

Aber in manchen Situationen kann die neue Vorschrift Schwierigkeiten bereiten. Im Falle der Übernahme einer neuen Emission vergrößert sich, wenn der Aktionär die Aktien proportional übernimmt, sein prozentualer Anteil nicht. Aber es verbleibt das Risiko, dass nicht alle Aktien der neuen Emission übernommen werden. Dann wird die Vorschrift bereits Anwendung finden. Wenn nur von einem solchen Aktionär das Schicksal einer neuen Emission abhängen würde, lässt sich das Szenario eines Verzichts auf das Engagement nicht vermeiden. In solchen Fällen wird man nämlich sowohl die Kosten der zusätzlichen Finanzierung wie auch die Kosten des Kaufs der Wertpapiere von den übrigen Aktionären kalkulieren müssen. Darauf weist Leszek Koziorowski, Partner der Kanzlei GESSEL, hin.

An unserer Börse gibt es mehr als ein Dutzend Gesellschaften, bei denen der Hauptaktionär zwischen 50 und 66 % der Aktien hält und sein Paket einen Wert von über einer Milliarde Zloty hat. Bei solchen Unternehmen würde eine Kapitalzuführung durch den strategischen Investor mit dem Risiko verbunden sein, hunderte Millionen und in manchen Fällen mehrere Milliarden Zloty für den Kauf von Aktien bei einem 100 % der Wertpapiere betreffenden Angebot auszugeben. Koziorowski fügt jedoch hinzu, dass man Investoren, die ihren Anteil auf 50-66 % der Aktien infolge des Verkaufs von Aktien von Gesellschaften an der Börse verringert haben, anders behandeln müsste als diejenigen, die Aktien gekauft haben. Er sagt, dass die Pflicht, ein Angebot abzugeben, nur bei der zweiten Gruppe bestehen sollte. Die Einführung der genannten Vorschriften verursacht keinen erschwerten Zugang zu Kapital. Die Vorschriften sollen dem Schutz von Minderheitsaktionären dienen, betont Jacek Barszczewski von der Finanzaufsichtsbehörde (UKNF).

 

Der Artikel ist in der Dziennik Gazeta Prawna erschienen.