Ein System zur Meldung von Unregelmäßigkeiten, auf Englisch Whistleblowing genannt, ist ein sehr wichtiges Element der Organisationskultur jeder Firma. Es wird Zeit zu lernen, dass man Whistleblower schätzen sollte (...).

Das sagt Bernadeta Kasztelan-Świetlik, Rechtsberaterin und Partnerin der Kanzlei GESSEL:

Die Umsetzung der Richtlinie (EU) 2019/1937 stellt eine weitere Herausforderung für Unternehmer dar, die für Whistleblower sichere Informationskanäle schaffen müssen. Das bedeutet eine Vorbereitung und Einführung entsprechender interner Prozeduren sowie die Schulung des Personals. Für Firmen, die bisher solche Prozeduren nicht hatten, ist es entscheidend, den Bedarf der jeweiligen Firma festzustellen, darunter den Grad ihrer organisatorischen Reife, und anschließend Mechanismen zu entwickeln, die es gemäß den gesetzlichen Anforderungen gestatten, auf effektive Weise das Risiko einer mangelnden Konformität zu steuern. Firmen, die bereits über ein System zur Meldung von Unregelmäßigkeiten verfügen, sollten überprüfen, ob die von ihnen gewählten Lösungen mit der Richtlinie vereinbar sind.

Wenn man die wachsende Zahl von Regulierungen betrachtet, die unterschiedliche Tätigkeitsbereiche von Firmen umfassen, sollte man auch die Schaffung einer Position für eine Person in Betracht ziehen, die in der Firma für die Funktion von Compliance-Programmen verantwortlich ist.

 

Der Artikel ist im Wochenmagazin Newsweek erschienen.