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In einem Jahr treten wichtige Änderungen hinsichtlich der Dividendenausschüttung und Auszahlung von Zinsen und Lizenzgebühren aus Belgien nach Polen und umgekehrt in Kraft. 

Die Änderungen ergeben sich aus dem Protokoll zur Änderung des Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen vom 20. August 2001 zwischen Belgien und Polen. Am 7. Januar 2015 trat das entsprechende Gesetz zur Ratifizierung des Protokolls in Kraft. Im Allgemeinen findet das Protokoll auf Einkommen Anwendung, das ab dem 1. Januar 2016 festgesetzt oder ausgezahlt wird.

Änderungen hinsichtlich der Dividenden 

In Bezug auf grenzüberschreitende Dividendenausschüttung ersetzt das Protokoll das klassische Modell 5/15, d.h. die maximale Quellensteuer, durch den einheitlichen Höchstsatz von 10% (bisher wurde die Steuer von 5% im Falle der Auszahlung zugunsten einer Gesellschaft (jedoch keiner Personengesellschaft), die unmittelbar über mindestens 25% des Kapitals der die Dividenden zahlenden Gesellschaft verfügt, und 15% in allen anderen Fällen erhoben).

Gleichzeitig führt das Protokoll eine vollständige Freistellung der Dividende von der Besteuerung, falls der Nutzungsberechtigte eine Gesellschaft mit Sitz in dem anderen Staat ist, welche über einen ununterbrochenen Zeitraum von 24 Monaten mindestens 10% der Anteile (Aktien) am Kapital der die Dividenden zahlenden Gesellschaft unmittelbar hält, bzw. wenn der Nutzungsberechtigte ein Rentenfonds ist.

Zinsen und Lizenzgebühren 

Der Höchstsatz der Quellensteuer auf Zinsen und Lizenzgebühren wird nicht geändert und beträgt 5%, wobei die für Rentenfonds gezahlten Zinsen von der Besteuerung freigestellt werden. Die Definition der Lizenzgebühren wurde geringfügig geändert – sie umfasst aktuell Vergütungen jeder Art, die für die Benutzung oder für das Recht auf Benutzung von Urheberrechten, Patenten, Warenzeichen, Mustern oder Modellen, Plänen, geheimen Formeln oder Verfahren oder für die Benutzung oder für das Recht auf Benutzung gewerblicher, kaufmännischer oder wissenschaftlicher Ausrüstungen oder für die Mitteilung gewerblicher, kaufmännischer oder wissenschaftlicher Erfahrungen (Know-how) gezahlt werden. Diese Definition umfasst auch Vergütungen jeder Art, die für die Benutzung oder das Recht auf Benutzung von Urheberrechten auf Filme für Kinos, sowie Filme und Aufzeichnungen fürs Radio und Fernsehen gezahlt werden.

Hauptsächlich Freistellungsmethode mit Progressionsvorbehalt 

Die Freistellungsmethode mit Progressionsvorbehalt soll als die grundlegende Methode der Vermeidung der Doppelbesteuerung in Polen angewandt werden. Davon werden Einkommen aus Wetten, Dividenden, Zinsen, Lizenzgebühren, Kapitalerträgen, freien Berufen und Renten ausgenommen. Auf diese Einkommensarten findet die Anrechnungsmethode Anwendung.

Belgien soll die Freistellungsmethode anwenden, wobei einige Einkommensarten hiervon ausgenommen sind – darunter Zinsen und Lizenzgebühren, die der Anrechnungsmethode unterliegen sollen.

Informationsaustausch 

Die aufgrund des neuen Protokolls eingeführten Änderungen betreffen auch die Vorschriften zu den Verfahren in Bezug auf Mitteilungen und Informationsaustausch. Eine Neuheit stellt Art. 28a dar, der eine Einschränkung der aus dem Abkommen resultierenden Nutzungen vorsieht, „sofern das Einkommen im Zusammenhang mit einer künstlichen Struktur gezahlt oder erhalten wurde“.