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Polen baut die bilateralen Abkommen zum Steuerinformationsaustausch intensiv aus. Bisher gelten acht solche Abkommen: mit Andorra, Gibraltar, Isle of Man, Jersey, Guemsey, den Kaimaninseln, San Marino und – seit dem 15. März 2015 – mit den Bermudainseln. Darüber hinaus sind bereits sieben weitere Abkommen zum Steuerinformationsaustausch unterzeichnet worden, die ratifiziert werden und in Kraft treten sollen: mit Belize, den Britischen Jungferninseln, Grenada, den Bahamas, Dominica, Liberia und den USA (FATCA).

Das Abkommen zum Steuerinformationsaustausch mit den Bermudainseln, das am 15. März 2015 in Kraft getreten ist, stützt sich im Allgemeinen auf das OECD-Modellabkommen aus dem Jahre 2002. Auf dessen Grundlage können sich die Parteien gegenseitig Informationen u.a. zu Berechnung und Eintreibung von Steuern, Vollstreckung von Steuerrückständen, Steuerverfahren und Steuerfahndung übermitteln.

Das Abkommen mit den Bermudainseln umfasst nur den Austausch von Informationen auf Antrag, es sieht keinen automatischen oder spontanen Austausch vor. Im Falle Polens betrifft das Abkommen die Einkommen- und die Körperschaftsteuer, im Falle der Bermuda – alle direkten Steuern, unabhängig von der Art und Bezeichnung.

Der Umfang der auszutauschenden Informationen ist relativ weit und umfasst u.a. Daten aus Banken und anderen Finanzinstitutionen sowie Angaben von allen anderen Personen, die als Bevollmächtigte oder Treuhänder handeln, welche rechtliche und tatsächliche Eigentümer von Gesellschaften, Personengesellschaften, Trusts, Stiftungen und andere Personen betreffen, einschließlich Informationen über alle Personen, die Eigentumsketten bilden.

Ausgetauscht werden auch Informationen, die für die Verwaltung und die Anwendung der internen Rechtsvorschriften der beiden Länder von Bedeutung sind, darunter solche, die für die Berechnung und Eintreibung von Steuern, Vollstreckung von Steuerrückständen, Steuerverfahren oder Steuerfahndung wichtig sein können.

Es ist auch anzumerken, dass das Abkommen die Anwesenheit von Steuerbeamten einer Partei auf dem Hoheitsgebiet der anderen Partei während der durchzuführenden Kontrolle ermöglicht.