Die Gesellschaft aus Płock gibt keinen einzigen Zloty für den Erwerb von Lotos und PGNiG aus. Dafür sollen die Anteilhaber die Anteile an den Gewinnen der verschmolzenen Gruppe erhöhen. Die Verbraucher haben nicht unbedingt einen Nutzen an der Fusion

Der Amtsbereich Staatliche Aktiva und Orlen haben gestern beschrieben, wie die Übernahme von Lotos und PGNiG durch den Konzern in Płock aussehen soll. Die Transaktion soll bargeldlos abgewickelt werden, so wie Orlen das wollte. Anstatt Bargeld zu erhalten, übernehmen die Aktionäre der übernommenen Unternehmen die Aktien an dem aufgestockten Grundkapital von Orlen. Vorerst ist es unbekannt, welche Parität der Aktientausch haben wird. Daran werden internationale Berater arbeiten. Der stellvertretende Ministerpräsident Jacek Sasin versicherte, dass die Staatskasse einen 50-prozentigen Anteil an dem neuen Unternehmen haben wird (jetzt hält sie 27 Prozent an Orlen), wodurch die den Anteil an den Gewinnen erhöhen wird. Sie soll zudem die Politik des neuen Konzerns gestalten. (...)

Der Konzern aus Płock will eine 50-prozentige Schwelle der Order zum Verkauf der Aktien

Der Geschäftsführer von Orlen rechnet mit einer Änderung des Gesetzes über öffentliche Angebote, damit die Bekanntmachung der Order der Aktionäre bei Überschreitung eines Schwellenwertes von 50 Prozent der Aktien (derzeit liegen die Schwellenwerte bei 33 und 66 Prozent). – Im Resultat der Verschmelzung von Orlen mit Lotos und PGNiG steigt die Beteiligung der Staatskasse an Orlen von den bisherigen 27 Prozent auf 50 Prozent Ich rechne damit, dass es im Resultat der Änderung der Vorschriften keine Bekanntmachung durch die Staatskasse der Order auf 66 Prozent erforderlich sein wird, nur bis 50 Prozent – sagte Daniel Obajtek, zitiert von PAP Biznes.

Nach der Meinung des Rechtsberaters und Anteilhaber in der Kanzlei GESSEL, Leszek Koziorowski, sollte das Gesetz über das öffentliche Angebot schon seit längerer Zeit novelliert werden. – Die Forderungen der Stärkung der Position von Minderheitsaktionären sind nicht nur aus Kreisen der individuellen Investoren eingegangen. Ich erinnere daran, dass de facto nach dem aktuellen Wortlaut des Gesetzes die unmittelbare Pflicht der Bekanntmachung der Order bei dem Investor liegt, der den Schwellenwert von 66 Prozent der Stimmen in der auf der Aktionärsversammlung überschritten hat – erläutert Koziorowski. – Somit sind wir der einzige EU-Mitgliedstaat, der anerkennt, dass die tatsächliche Änderung der Kontrolle erst nach der Überschreitung eines so hohen Schwellenwerts erfolgen wird – fügt er hinzu. (…)

Der Artikel erschien in der Tageszeitung Gazeta Prawna am 13. Mai 2021.