Noch vor wenigen Jahren war kaum jemand am Schiedsgericht interessiert. Nun wächst seine Beliebtheit in Polen von Jahr zu Jahr. Es wächst die Zahl von Streitfällen, die von Unternehmen zum Schiedsgericht geleitet werden, die Zahl der Publikationen und der Initiativen, die u. a. vom Wirtschaftsministerium unterstützt werden.

Das Schiedsgericht bewährt sich u. a. im Fall von komplizierten Streitfällen, mit internationalem Charakter, wie auch bei der Lösung einfacher Fälle, mit geringerem Wert des Streitgegenstands. Ein wesentlicher Vorteil ist die sog. Professionalität des Schiedsgerichts, die Spezialisierung und Erfahrung des Schiedsrichters in der Materie, die der jeweilige Streit betrifft, bezeichnet. Beispielsweise werden Streitfälle des Bauwesens von Rechtsanwälten des Bauwesens gelöst, die über entsprechendes technisches Wissen oder Erfahrung im Bereich der Führung von Bauinvestitionen besitzen, die während der Dauer von Projekten erworben wurden, und nicht nur im Gerichtssaal. Streitfälle finanzieller Natur treffen zu Personen, die die Funktionsweisen der Märkte, die Bankmäander sowie Geheimnisse der Buchhaltung kennen. Das Schiedsgericht gewinnt auch bei internationalen Beziehungen. Die Parteien eines internationalen Vertrags entscheiden sich selten für die Übergabe eventueller Streitfälle an das allgemeine Gericht eines ihrer Herkunftsstaaten.

Das Schiedsgericht bewährt sich auch im Fall von kleineren Streitfällen
. Der Termin der Ausstellung eines Urteils ist hier wesentlich kürzer als die Dauer eines Standard-Gerichtsverfahrens. Aufgrund der Konzentration des Beweisverfahrens, der Durchführung von gewöhnlich einer Verhandlung und der Einzelinstanz des Schiedsgerichts, ist hier sogar innerhalb eines Jahres mit einem Urteil zu rechnen, während Gerichtsverfahren sich mehrere Jahre lang ziehen können. Beispielsweise beträgt die durchschnittliche Dauer für die Urteilsfindung in einem Fall beim Schiedsgericht Lewiatan von der Berufung der Schiedskommission bis zur Ausstellung des Urteils lediglich 5 Monate.

Es lohnt sich auch, die Kosten des Schiedsgerichts anzusprechen.
 Ein Schiedsgericht wegen eines Werts des Streitgegenstands zwischen 0,5 und 5 Mio. PLN in zwei führenden polnischen Schiedsgerichten ist sogar um mehrere zig Prozent günstiger als das allgemeine Gericht. Oberhalb dieses Betrags, kann sich das Gericht aufgrund der Beschränkung der Gerichtsgebühr auf 100 Tsd. PLN tatsächlich als billiger erweisen. Bei der Kalkulation der Kosten von Gerichtsverfahren werden jedoch die versteckten Kosten, d. h. die langjährige Einfrierung des Kapitals oder die Kosten der Rechtsbedienung nicht berücksichtigt.

Das Schiedsgericht in Polen ist weiterhin in Entwicklung und Optimierung. Eine Reihe von Änderungen, die einen direkten Einfluss auf die Funktionsweise der Institution des Schiedsgerichts haben, ist am 1. Januar 2016 in Kraft getreten. Nach dem Muster anderer europäischer Jurisdiktionen wurde das dreistufige Post-Schiedsverfahren in eine schnellere, zweistufige Prozedur umgewandelt. Die Erörterung von Beschwerden und Anträgen wurde zur Zuständigkeit der Berufungsgerichte umgewandelt. Auch der Termin für die Einreichung von Beschwerden auf die Aufhebung eines Urteils des Schiedsgerichts wurde verkürzt – seit 1. Januar 2016 beträgt diese 2 Monate.

In diesem Jahr feiert das Schiedsgericht Lewiatan sein 10-jähriges Bestehen. In dieser Zeit nahm das Gericht mehr als 260 Fälle zur Erörterung an, die Schiedsrichter stellten 180 Urteile aus. Die Parteien sind im Laufe der Verfahren 30 Einigungen eingegangen, was einen hohen Prozentsatz im Vergleich zu den vor allgemeinen Gerichten geführten Verfahren darstellt.