Das chiffrierte Instant Messaging, das auch eine Informationsbörse ist, soll die Chancen am Kapitalmarkt ausgleichen. Es ist umstritten, kann aber ein Auslöser von Veränderungen in der Kommunikation zwischen Gesellschaften und Investoren werden.

In das Darknet gelangt der heilige Graal der Investoren ― Big Short Bets. Das ist das chiffrierte Instant Messaging, das aus Initiative der polnischen Spekulanten und Enthusiasten von Kryptowährung und Blockchain entstanden ist. In der Theorie soll die App dem Austausch von Informationen im Rahmen des weißen Interviews dienen, um die Chancen der individuellen und institutionellen Spieler auszugleichen. Es besteht jedoch das Risiko, dass es das Instrument von Straftaten am Kapitalmarkt wird. (…)

Auf dieser Spur folgt der Experte der Kapitalmärkte

― Pistole oder Messer sind nicht unmoralisch, das sind nur Dinge. Ethisch oder nicht ethisch können ausschließlich die Handlungen des Menschen sein. Aus dieser Perspektive ist auch der Kapitalmarkt zu betrachten. Die App, die dem Austausch von Informationen dient, ist nur ein Instrument, das eine Person zu verschiedenen Zwecken verwenden, die übereinstimmend oder nicht übereinstimmend mit dem Recht ist ― sagt Rechtsberater Leszek Koziorowski von der Kanzlei GESSEL. Die Identität eines Menschen kann in verschiedener Art und Weise bestimmt werden.

― Die Menschen hinterlassen Spuren, in der realen wie auch digitalen Welt. Wollen die Behörden die Identität eines einer Straftat Verdächtigen unbedingt kennenlernen, dann besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die dieses Ziel verwirklichen ― warnt der Experte.

Wenn man anderen vertrauliche Informationen über eine Gesellschaft offenbart, dann begeht man eine Straftat, indem man die vertrauliche Information auch verwendet. Man muss damit rechnen, wenn man ähnliche Apps verwendet. Leszek Koziorowski warnt auch vor anderen Gefährdungen.

― Wenn eine Gruppe von Personen mittels einer App den Kurs von Aktien manipulieren will, z. B. durch Verbreitung unwahrer Informationen über eine Gesellschaft oder den künstlichen Eindruck über Angebot oder Nachfrage einer Aktie entstehen lässt, dann handelt sich das auch um eine Straftat. Eine nicht rechtskonforme und mit der Sanktion des Entzugs der Stimme aus der Aktie geahndete Handlung, ist keine Straftat, aber ein Abschluss einer Vereinbarung der Aktionäre ohne Bekanntmachung darüber des gesamten Marktes und eine etwaige Bekanntmachung einer Order über eine Aktie ist es ― sagt Rechtsberater.

Er betont, dass der Abschluss einer Vereinbarung über eine App dem deren Abschluss in einer anderen Form entspricht, wenn das Ziel ein Zusammenwirken beim Erwerb von Aktien oder die Ausübung des Stimmrechts oder auch die Führung einen permanenten Politik gegenüber der Gesellschaft ist.

„Die Big Short Bets Instrumente erlauben es, die Handlungen von Gruppen kleinerer Investoren zu koordinieren, was zum Nivellieren des Vorteils von Investmentfonds und ihrem wirksamen Ausspielen beiträgt” ― kann man auf der Website eines Projekts lesen, für das keine konkrete juristische oder natürliche Person verantwortlich ist. Dezentralisiert dank der Technologie Blockchain, aber beworben durch polnische Nachnamen. (...)

― Das stimmt, dass der Zugriff auf Informationen manchmal ungleich ist ― und die institutionellen Investoren gegenüber individuellen einen Vorteil haben, was ungerecht ist. Doch die fundamentale Frage lautet, ob es besser ist, gegen Ungleichheiten durch totale, spezielle Regelungen zu kämpfen, oder diese komplett zu beseitigen und zu dem Rechtsstand zurückzukehren, der vor der Großen Krise galt? Meiner Ansicht nach ist keine dieser Lösungen gut, vielleicht sollte man nach einer dritten suchen ― erläutert Leszek Koziorowski.

Der Artikel erschien in Puls Biznesu am 26. Mai 2021.