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Eines der wichtigsten Hindernisse bei der Entwicklung von Business in Polen wird immer wieder das Schneckentempo bei der Prüfung wirtschaftlicher Streitigkeiten genannt. Bis 2014 wuchs die Anzahl der Gerichtsstreitigkeiten ständig, im Jahre 2013 wurde die Rekordzahl von 1,6 Mio. Streite verzeichnet. In der Folge muss man auf den Termin der ersten Verhandlung vor dem Bezirksgericht Warschau sogar 11 Monate (!) ab der Klageeinreichung warten und die durchschnittliche Dauer des Verfahrens wird sich wahrscheinlich auf ca. 3 Jahre verlängern. Darüber hinaus haben Faktoren wie eingefrorenes Kapital, unsicheres Ergebnis der Streitigkeit, abgebrochene Beziehungen und wachsende Kosten zur Folge, dass die Streitigkeit eine „wirtschaftliche Erosion“ für das Unternehmen bedeutet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Geschäftsleute – in deren Natur ununterbrochene Entwicklung und Verzicht auf ineffektive Lösungen liegen – nach einer Alternative für ordentliche Gerichte zu suchen begannen. Sie blickten in Richtung der bisher in Polen unterschätzten Schiedsgerichtsbarkeit. Fürs Business maßgeschneidertes Gericht
Ein Unternehmer, der irgendwelche Erfahrungen mit ordentlichen Gerichten hat, kann der erste Kontakt mit dem Schiedsgericht überraschen. Die Freundlichkeit, Schnelligkeit und vor allem der Professionalismus überzeugen davon, dass eine ordnungsgemäße und möglichst effektive Prüfung der Streitigkeit im Mittelpunkt der Tätigkeit der Schiedsrichter und Mitarbeiter des Schiedsgerichts steht. Die Verfahrenspartei wird nicht wie ein kaum tolerierter Antragsteller behandelt. Dies ist einer der Gründe dafür, dass immer mehr Firmen in Europa die Schiedsgerichtsbarkeit in Anspruch nehmen. Kein Wunder – diese Form der Streitschlichtung schufen die Unternehmer, nicht Abgeordnete oder Juristen. Die letzteren sind übrigens sorgfältig zu wählen, da ein Jurist, der nicht den gewissen „Geschäftssinn“ hat und nicht über den Rahmen der Vorschriften hinausblicken kann, sich bei solchen Angelegenheiten nicht bewähren wird, genauso würde er den Anforderungen des wahren, dynamischen Geschäftslebens nicht genügen. Die Bevollmächtigten wissen nicht oder vergessen, dass die Schiedsgerichtsbarkeit eine Gelegenheit für die Verbesserung der beschädigten Geschäftsbeziehungen, eine ordnungsgemäße Beurteilung der Beweise und den Abschluss eines zufriedenstellenden Vergleichs bietet und dass die Sache erst im äußersten Fall als eine Streitigkeit behandelt wird. Das Verfahren ist außergewöhnlich, da es für Geschäftsleute, nicht für den Staat gedacht ist – aus dem Grunde ist die Rationalität der angeführten Argumente mindestens genauso wichtig wie deren Übereinstimmung mit dem geltenden Recht.
Schnell, professionell, vertraulich
Die Verbindung der effektiven Prozeduren und der entsprechenden Herangehensweise ermöglicht es, dass ein Schiedsspruch innerhalb von einigen Monaten erlassen wird. Beispielsweise dauert das Verfahren vor dem Schiedsgericht Lewiatan durchschnittlich 5 Monate ab der Bestellung der Schiedsrichter durch die Parteien. Bei entsprechendem Anlagenmanagement wird das Risiko des Liquiditätsverlustes dank dem kurzen Verfahren verringert. Auch müssen die Parteien auf das Ergebnis nicht lange warten. Die Praxis der Kanzlei GESSEL bestätigt, dass das Schiedsverfahren viel schneller als das Gerichtsverfahren durchgeführt werden kann und in vielen Fällen mit dem Vergleich in einer der frühen Phasen des Verfahrens endet.

Beispiel: Zahlungsklage mit einem Wert von 2.000.000,00 PLN
Die Schiedsrichter sind keine Theoretiker, sondern erfahrene Praktiker in den Bereichen Business und Recht
Auf die Schnelligkeit des Verfahrens hat der Professionalismus der Schiedsrichter unmittelbaren Einfluss. Die Möglichkeit der Benennung der Schiedsrichter durch die Parteien ist besonders wertvoll, da die Entscheidungen durch Experten in dem gegebenen Geschäfts- oder Rechtsbereich getroffen werden, die keine Schwierigkeiten bei der Prüfung z.B. umfangreicher gesellschaftsrechtlicher oder technischer Dokumentation haben werden. Solche Personen verstehen die Nuancen der gegebenen Tätigkeit und wissen, wie die Vertragsbeziehungen dabei geregelt werden. Die Tatsache, dass die Schiedsrichter durch die Parteien benannt werden, stellt sie nicht von der Pflicht der Unparteilichkeit frei, was in den Ordnungen und Verfahrensstandards der einzelnen Schiedsgerichte betont wird. Dies bestätigt auch die umfassende Schiedspraxis der Kanzlei GESSEL.
Die Schiedsgerichtsbarkeit wird auch für die Vertraulichkeit geschätzt. Die Mythen über geheimnisvolle, dunkle Sitzungssäle voller Rauch sind zwar übertrieben, es gehört aber zum Standard, dass keine durch die Parteien nicht eingeladene Person an den Verhandlungen teilnehmen darf und keine Information über das Verfahren aus den Akten herausgenommen werden kann, was für die beteiligten Unternehmen oftmals grundlegende Bedeutung hat.
Schiedsverfahren günstiger als Verfahren vor den ordentlichen Gerichten
Der größte Mythos ist jedenfalls der über die horrenden Kosten des Schiedsverfahrens. Er ergibt sich daraus, dass die Ordnungen der Schiedsgerichte keine Obergrenze der Schiedsgebühr (Pendant zur Gerichtsgebühr) vorsehen. Aus dem Grunde ist die Schiedsgebühr im Falle eines Anspruchs von mehreren Millionen Zloty entsprechend hoch. Bei den meisten Streitigkeiten, die von den Schiedsgerichten gerpüft werden (Streitwert von 0,5 bis 2 Mio. PLN), ist das Verfahren meistens günstiger (sogar um einige zig Prozent) als bei den ordentlichen Gerichten. Auch die steuerlichen Vorteile und die Tatsache, dass bei der Berechnung der Gerichtskosten die versteckten Kosten (eingefrorenes Kapital, Kosten der Rechtsberatung, die in Gerichtsurteilen meist nicht im Ganzen zuerkannt werden) nicht mit einbezogen werden, sollten berücksichtigt werden.
Die steigende Anzahl von Angelegenheiten, die bei polnischen Schiedsgerichten eingelegt werden, beweist, dass die Schiedsgerichtsbarkeit in den wirtschaftlichen Mainstream gelangt. Nach dem ersten Kontakt mit der Schiedsgerichtsbarkeit sehen die Unternehmer immer häufiger Schiedsklauseln in allen wichtigeren Verträgen vor. Die Erfahrung der Kanzlei GESSEL bestätigt, dass die Schiedsgerichtsbarkeit eine attraktive Antwort auf die Unzulänglichkeiten der Justiz bildet.