Gemäß Art. 389 § 3 des Handelsgesetzbuches (nachstehend HGB) - soll der Aufsichtsrat bei Bedarf einberufen werden, mindestens dreimal im Geschäftsjahr.

Eine im Jahr 2012 durchgeführte Untersuchung hat gezeigt, dass der größte Teil der Aufsichtsräte nur einmal im Quartal berufen wird. Dieselbe Untersuchung zeigt, dass es vorkommt, wenn auch nur in den größten Unternehmen, dass Aufsichtsräte einmal im Monat zusammentreten. Trotz des Fehlens aktueller Daten kann davon ausgegangen werden, dass sich diesbezüglich keine Änderungen ergeben haben.

Wenn im Geschäftsjahr nicht mindestens drei Sitzungen des Aufsichtsrats in einer Aktiengesellschaft einberufen wurden, wird keine Sanktion verhängt. Die Regelung über die Anzahl der Sitzungen des Aufsichtsrats als Disziplinarordnung hat jedoch eine tiefe Bedeutung.

Es sei darauf hingewiesen, dass einige Maßnahmen des Vorstands aufgrund ihrer Gültigkeit einer zusätzlichen Beschlussfassung des Aufsichtsrats bedürfen (Art. 17 des Handelsgesetzbuches in Verbindung mit z. B. Art. 349 § 1 Satz 2, Art. 446 § 2, Art. 447 § 2 des Handelsgesetzbuches), und die Hauptaufgabe des Rates ist die ständige Überwachung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens in allen Bereichen seiner Tätigkeit. Sitzungen des Aufsichtsrats, die regelmäßig und an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden, ermöglichen unter anderem die freie Annahme von Maßnahmen durch die  Geschäftsführung, für die die Zustimmung der Kontrollinstanz erforderlich ist, und Gewährleistung der Möglichkeit einer zuverlässigen, wirksamen Kontrolle der Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Diese Situation wird von Aktionären (Investoren) gewünscht, die auf diese Weise die Kontrolle über die anvertrauten Mittel übernehmen können.