Die Grundregelungen im Zivilgesetzbuch, die die Konstruktion der einzelnen Vertragsarten beschreiben, bleiben seit Jahrzehnten unverändert und scheinen auf den ersten Blick eindeutig zu sein. Ein Werksvertrag ist ein Vertrag über ein Ergebnis, bei dem der Auftragnehmer sich zur Ausführung des festgelegten Werks verpflichtet. Ein Auftragsvertrag hingegen, sowie ein Vertrag über die Erbringung von Dienstleistungen, sind Verträge über die sorgfältige Handlung, bei denen der Auftragnehmer sich zur Durchführung bestimmter Tätigkeiten verpflichtet. Zu achten ist dabei auf die unterschiedliche Behandlung der einzelnen Arten von Vertragen in den Regelungen bezüglich der Sozialversicherung. Grundsätzlich stellt der Werksvertrag im Gegensatz zum Auftrags-/ Dienstleistungsvertrag keine Grundlage zur Umfassung mit der Sozialversicherung dar. Somit wird der Auftraggeber, der zwei Verträge zur Wahl hat, nach dem Abschluss jenes Vertrags streben, der für ihn mit geringeren Kosten in Form von Sozialversicherungsbeiträgen verbunden ist (was sogar mit einer kreativen Beschreibung der Tätigkeiten verbunden war). Andererseits zweifelt die Sozialversicherungsanstalt ZUS den massenweisen Abschluss von Werksverträgen an und führt deren Qualifikation als Auftrags-/Dienstleistungsverträge durch.

Beobachtet man obige Praxis, kann man feststellen, dass es in vielen Fällen zu einer Umwertung der, traditionellen Begriffe von Werk und Auftrag kommt und sogar zu einer Qualifikation, insbesondere in Hinsicht auf die Regelungen der Sozialversicherung. Die Analyse der einzelnen Gerichtsfälle zeigt, dass Gerichte häufig zu sehr interessanten Schlussfolgerungen kommen. Und so beispielsweise: „Beim Putzen ist nicht das Ergebnis wichtig, sondern das Putzen selbst.” So befand unter anderem das Berufungsgericht in Gdańsk, und wies darauf hin, dass „es keine Möglichkeit der Unterziehung der Ergebnisse der Arbeit des Interessenten einer Kontrolle im Hinblick auf die Erzielung eines konkreten, individualisierten Ergebnisses gibt. Der Zustand in Form von aufgeräumten Räumlichkeiten kann nicht auf Basis von metrischen Einheiten oder durch Vergleich mit einem bestehenden Muster, unter Verwendung von Plänen, Skizzen oder durch Beschreibung beurteilt werden" (Aktenzeichen III AUa 1110/12).