Dank der EU-Rechtsvorschriften können Fluggäste, deren Flüge verspätet sind, eine Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro verlangen. Bis Ende Mai war jedoch nicht klar, ob dies auch für Flüge Anwendung hat, die einen Zwischenstopp außerhalb der EU umfassen. Der Gerichtshof hat entschieden, dass in einer solchen Situation ebenfalls die Fluggesellschaften die Verspätung kompensieren müssen - schreibt Bernadeta Kasztelan-Świetlik von GESSEL.

Das Recht auf Entschädigung für große Verspätungen gilt auch für Anschlussflüge in ein Drittland mit Zwischenlandung außerhalb der EU. Ein Wechsel des Flugzeugs auf Zwischenstoppbasis hat keinen Einfluss darauf, dass zwei oder mehr Flüge mit derselben Buchung als ein kombinierter Flug angesehen werden”. Dies hat der Gerichtshof der Europäischen Union in seinem Urteil vom 31. Mai 2018 in der Rechtssache C-537/17, Claudia Wegener/Royal Air Maroc SA, anerkannt.

Das Urteil wurde auf Antrag des Landgerichts Berlin auf Auslegung der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Februar 2004 über eine gemeinsame Regelung für Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen für Fluggäste im Falle der Nichtbeförderung und bei Annullierung oder großer Verspätung von Flügen erlassen. Gemäß dieser Verordnung haben im Fall einer Stornierung oder Verspätung des Flugs, die 3 Stunden oder mehr zum Zeitpunkt der Ankunft beträgt, Fluggäste das Recht auf eine Pauschalentschädigung, die - je nach Entfernung - 250, 400 oder 600 EUR betragen kann.

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Es sei daran erinnert, dass bei Verweigerung der Aufnahme von Passagieren an Bord oder Ankunft am Zielort mit einer Verspätung von mindestens 3 Stunden eine Entschädigung von 250 bis 600 Euro je nach Flugdauer verlangt werden kann.

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