Mit der vorgeschlagenen Reform werden rechtliche Lösungen eingeführt, die dazu gedacht sind, die Betreibung wirtschaftlicher Tätigkeit im Rahmen der unter Unternehmen meist verbreiteten Form – einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung – zu erleichtern.

Dadurch sollten die Gesellschafter eine Möglichkeit erhalten, über den Typ der Gesellschaftsführung zu entscheiden, wobei Ihnen das bisher bekannte Modell mit Stammkapital, der Typ mit Anteilskapital (bestehend aus nennwertlosen Anteilen) und das gemischte Modell, in dem es möglich sein wird, sowohl traditionelle als auch nennwertlose Anteile zu besitzen, zur Wahl stehen werden.

Die Übernahme von nennwertlosen Anteilen, d.h. Anteilen ohne Nennwert, bedeutet folglich die Zustimmung zum Bestehen der Gesellschaften, die tatsächlich über kein Stammkapital verfügen. Seit 2009 soll das Stammkapital gemäß Art. 154 § 1 HGGB mindestens 5 Tsd. PLN betragen, vor diesem Jahr belief sich seine Höhe auf 50 Tsd. PLN.

Wichtig ist, und dadurch unterscheidet sich dieser Entwurf von anderen Entwürfen, die identische Regelungen beinhalten, (z.B. vom Abgeordnetenentwurf, der Ende November 2012 beim Sejm eingereicht wurde), dass er eine Reihe von Annahmen beinhaltet, die zum Schutz der Gläubigerstellung dienen sollten.

Zu den wichtigsten dieser Annahmen scheint die Pflicht zu gehören, einen Gewinnteil in die Rücklagen als eine Art Sicherung für die Deckung etwaiger Verluste zu stellen. Eine solche Verpflichtung funktioniert bereits bei Aktiengesellschaften, wo zu diesem Zweck 8% des Gewinns im jeweiligen Geschäftsjahr bestimmt wird. Die neue Pflicht wird sich auf alle Gesellschaften mit beschränkter Haftung beziehen, d.h. sowohl auf die „traditionellen“ - mit dem Stammkapital, als auch auf die mit dem Anteilskapital bzw. mit dem gemischten Kapital. Wenn ein Unternehmen jedoch keine Gewinne erwirtschaftet, wird es auch keine Mittel für dieses Kapital zurückzulegen.

Die Gesellschafter einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung werden auch mit Einschränkungen bei der Absicht einer Dividendenauszahlung bzw. Auszahlung der Vergütung für eingestellte Anteile zu rechnen haben. Die Geschäftsführung wird verpflichtet sein, vor der geplanten Handlung eine Zahlungsfähigkeitsprüfung durchzuführen. Das Ziel dieser Prüfung wird es sein, unter Bewahrung ordentlicher Sorgfalt festzustellen, ob die Gewinnauszahlung nicht dazu führen wird, dass die Gesellschaft unfähig sein wird, ihrer Verpflichtungen im Rahmen der einfachen Tätigkeit im nächsten Jahr nachzukommen. Auf dieser Grundlage wird die Geschäftsführung einen Beschluss fassen, der die ordnungsgemäße Erfüllung von Verbindlichkeiten voraussagt.

Zusammenfassend scheinen die vorgeschlagenen Änderungen sowohl im Hinblick auf die Erleichterung der Handlungen im Wirtschaftsverkehr als auch aus der Perspektive der Sicherheit der Gläubiger vorteilhaft zu sein. Die eingeführten Regelungen im Informationsbereich werden auch die Lage der Vertragspartner verbessern, weil sie ihnen mehr Wissen über den Zustand der Gesellschaft verleihen werden. Andererseits jedoch werden Stimmen laut, dass dadurch die Tätigkeit der Gesellschafter selbst komplizierter wird und die Geschäftsführungen mit vielen zusätzlichen Pflichten, und was damit verbunden ist mit zusätzlichen Kosten, belastet werden.