fbpx
Ist irgendwas mit unseren Schiedsrichtern nicht in Ordnung? Sogar polnische Unternehmer wählen sie in der internationalen Handelsschiedsgerichtsbarkeit im äußersten Fall. 

Unter diesem Gesichtspunkt habe ich die vor dem Schiedsgericht ICC in Paris anhängigen Fälle analysiert. In der Tat erschienen dort im Jahre 2012 zweiundzwanzig Rechtsträger aus Polen, unsere Schiedsrichter wurden dagegen nur in 7 Fällen gewählt. Drei davon waren Ersatzschiedsrichter. Dies bedeutet, dass die polnischen Parteien nur viermal freiwillig Schiedsrichter aus Polen gewählt haben.

Prof. Pierre Lalive, ein bekannter Schiedsrichter aus der Schweiz, pflegte zu sagen, dass ein Schiedsrichter außer Intelligenz und Vernunft auch Sinn für Humor haben soll. Fehlt das? 

Unsere Schiedsrichter sind wirklich gut. Unsere Schiedsgerichtsbarkeit wird aber im Ausland wenig gefördert. Wir nehmen an Konferenzen nicht teil, es wird wenig publiziert. Unser intellektuelles Potenzial ist also schwer sichtbar. Und die Parteien richten sich bei der Wahl von Schiedsrichter nach ihrem guten Ruf, Ansehen und deren Anerkennung in den internationalen Kreisen. Ich glaube, dass polnische Schiedsrichter nicht gewählt werden, weil man fürchtet, dass sie eine zu schwache Position haben, um durchzukommen.

Welche Schiedsrichter erfreuen sich des besten Rufes? Wer wird von Unternehmern gern gewählt? 

Üblicherweise werden am liebsten Schweizer gewählt. Sie gelten als neutral. Dann Franzosen, Engländer und Österreicher, d.h. Schiedsrichter aus Ländern, in denen sich die Handelsschiedsgerichtsbarkeit schnell entwickelt. (…)